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ZfsL-Programm

 

Historisch betrachtet haben die im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) Arnsberg zusammengeschlossenen Seminare

  •  Seminar für das Lehramt an Grundschulen,
  •  Seminar für das Lehramt an Haupt-, Real- und Gesamtschulen,
  •  Seminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen

als in sich geschlossene Systeme ihre je eigene Geschichte mit ihren jeweiligen Ausbildungstraditionen, die mit der Umorganisation der ehemaligen Studienseminare als größeren Teilsystemen der Lehrerbildung eine neue Qualität bekommen haben. Seit 2004 haben sich über verschiedene Kooperationen innerhalb des ZfsL vielfältige Weiterentwicklungen ergeben, und zwar schwerpunktmäßig in folgenden Zusammenhängen:

  • Arbeit im Leitungsteam:
    • wechselseitiger Austausch über Lösungsansätze zu aktuellen Herausforderungen
    • Diskussion von seminarinternen Konzepten
    • Vorüberlegungen zur Implementation dienstlicher Vorgaben
    • Vorbereitung von gemeinsamen Veranstaltungen
  • seminarübergreifende Veranstaltungen
    • fachbezogene Dienstgespräche
    • Fortbildungsveranstaltungen
    • gemeinsame Feste
    •  

Ein ZfsL-Programm hat den Anspruch, Leitlinien und Rahmenbedingungen der Systementwicklung sowie des konkreten Ausbildungshandelns so abstrakt zu kennzeichnen, dass sich die Seminarprogramme einerseits daraus entwickeln können, andererseits übergreifend darin zusammengefasst werden können: Es besteht also eine Art dialektische Beziehung zwischen diesen beiden Systemebenen.

Die Institution ZfsL ist vernetzt mit allen anderen Bildungsbereichen; sie reagiert auf Veränderungen, aber sie hat auch den Anspruch, Veränderungen zu bewirken, insbesondere die Qualität der Ausbildung zu verbessern.

 

In unserem ZfsL-Programm – verstehbar als immer zu aktualisierende Momentaufnahme - werden dargestellt:

A GRUNDLAGEN DER AUSBILDUNG

I. die verbindlichen Grundlagen für die Ausbildung,

II. die wissenschaftlichen Grundlagen für die Ausbildung,

III. weitere Grundlagen für die Ausbildung,

 

B SELBSTVERSTÄNDNIS

IV. das Grundverständnis von Systementwicklung,

V. Grundlagen für das pädagogische Selbstverständnis der Seminarausbilderinnen und –ausbilder,

 

C STAND DER ENTWICKLUNG UND PERSPEKTIVEN

 VI. die aktuellen seminarübergreifenden Arbeitsfelder und Entwicklungsperspektiven.

 

D FORTBILDUNGSBEREICH

 VII. Fortbildungsplanung als Element des ZfsL-Programms.

 


A GRUNDLAGEN DER AUSBILDUNG

Zu I.: Die verbindlichen Grundlagen für die Ausbildung sind:

  • die OVP (v. 10.04.2011) mit dem Kerncurriculum, orientiert an den Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften (Beschluss der Kultusministerkonferenz v. 16.12.2004) OBAS (v. 10.04.2011) Ordnung zur berufsbegleitenden Ausbildung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern und der Staatsprüfung die Richtlinien und Lehrpläne bzw. die Kernlehrpläne für die einzelnen Fächer und die aktuellen Erlasse wie z. B. zu Parallelarbeiten, Lernstandserhebungen u. ä.,

Zu II.: Als wissenschaftliche Grundlage für die Ausbildung dient entsprechende Literatur, schwerpunktmäßig aus

  • dem didaktischen, methodischen Bereich,
  • dem lerntheoretischen, lernbiologischen und lernpsychologischen Bereich (Lernen als aktiver Prozess im Eigentum des Lernenden),
  • dem erkenntnistheoretischen Bereich (Position des moderaten Konstruktivismus) und
  • dem Bereich der empirischen Unterrichtsforschung: TIMSS, PISA, ...

 

Zu III.: Als weitere Grundlagen für die Ausbildung dienen

  • die Auseinandersetzung mit den aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen:
    • bildungspolitische Diskussionen,
    • Diskussion des Lehrerleitbildes, ...;
  •  Reflexion der Biographie als Lernende, als Lehrende, als Ausbildende:
    • durch die Seminarausbilder,
    •  im Gespräch mit den Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern;
  • Reflexion von Ergebnissen der Evaluation verschiedener Ausbildungselemente;
  • Auswertung der Prüfungsprozesse und –ergebnisse.

 

B SELBSTVERSTÄNDNIS

Zu IV: das Grundverständnis von Systementwicklung

  • Instrumente bzw. Orte der Entwicklung des ZfsL:
    • Leitungsteam
    • Seminarkonferenzen
    • Sprecherräte der Lehramtsanwärterinnen und –anwärter
    • projektbezogene Steuergruppen
    • weitere Arbeitsgruppen
  • Fortbildungsveranstaltungen
  • andere Konferenzen und Dienstbesprechungen (z.B. Seminarbezirkskonferenzen; Dienstbesprechungen mit den Ausbildungsbeauftragten, ...)
  • konstitutive Prozesse
    • Alle Bereiche der Ausbildung werden in allen betroffenen Teilgruppen, zudem im Leitungsteam regelmäßig ausgewertet und im Blick auf seminarübergreifende Ausbildungsmöglichkeiten reflektiert.
    • Alle Elemente der Kooperation - im Seminar sowie zwischen Seminar und Schule - werden regelmäßig ausgewertet.
    • Im Sinne einer systemischen Weiterentwicklung des ZfsL wird einer Evaluationskultur in allen Seminaren eine hohe Bedeutung beigemessen, insofern die Ausbildung als dynamisches Anliegen begriffen wird, das sich in immer wieder zu überarbeitenden adressatenorientierten Konzeptionen konkretisiert.
    • Die Fortbildungsplanung (s. u., VIII) ist ein wesentliches Element dieser Weiterentwicklung.

 

Zu V.: Als Grundlagen für das pädagogische Selbstverständnis der Seminarausbilderinnen und –ausbilder können als Orientierung dienen

  • erwachsenenpädagogische Prinzipien,
  • das Arbeiten in Teams,
  • das humanistische Menschenbild,
  • Standards für die Ausbildung mit dem Anspruch des Modellcharakters für Unterricht:
    • Theorieorientierung,
    • Orientierung an Qualitätsmerkmalen,
    • Orientierung an Expertenhandeln,
    • Übung und Training,
    • Praxisreflexion,       
  • Prozessqualitäten der Ausbildung:
    • Kollegialität,
    • Transparenz,
    • Partizipation,
    • Dialog,
    • Individualisierung,
  •  weitere Anforderungen:
    • Evaluation,
    • Fortbildung,
    • Kooperation in allen professionellen Zusammenhängen
      • mit Kolleginnen und Kollegen,
      • mit den Schulen: Entwicklung von Ausbildungskonzepten.

 

C STAND DER ENTWICKLUNG UND PERSPEKTIVEN

Zu VI.: die aktuellen seminarübergreifenden Arbeitsfelder und Entwicklungsperspektiven

Als Herausforderung stellt sich aktuell die Implementation des reformierten Vorbereitungsdienstes, dabei besonders:

  • die Vernetzung der übergeordneten Orientierungen:
    • Wissenschaftsorientierung,
    • Standardorientierung,
    • Handlungsfeldorientierung,
    • Personenorientierung,
    • die Umsetzung des Kerncurriculums,
    • die zusammen mit der neuen Rolle der Kernseminarleitungen zu leistende Rollenklärung aller an Ausbildung Beteiligten, insofern im Kernseminar Coachinggespräche stattfinden, die der Verschwiegenheit unterliegen, und insofern im Kernseminar nicht benotet wird,
    • die Portfolioarbeit.

 

D FORTBILDUNGSBEREICH

zu VII. Fortbildungsplanung als Element des ZfsL-Programms

  • Aktuell geht es in seminarübergreifenden Trainingsgruppen um die Stärkung der Beratungskompetenz.
  • Im Jahr 2012 ist weiterhin geplant:
    • eine Auseinandersetzung mit unserem Menschenbild, unserer Haltung der Personenorientierung im Kontext mit einer Reflexion des Bildungsbegriffs,
    • eine Sensibilisierung für den Umgang mit Metaphern und Symbolen in Beratungsgesprächen,
    • Stärkung von Konfliktlösungskompetenzen,
    • Gewinnung von Sicherheit in der Mediation.

Weitere Behörden und Einrichtungen

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