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Überblick / Inhalte

               Struktur und Inhalte in der überfachlichen Ausbildung / Kernseminar (01.09.2018)    

 

Der hier aufgeführte Ausbildungsplan im Kernseminar des Seminars GyGe am ZfsL Arnsberg orientiert sich an den Kompetenzvorgaben der Rahmenvorgaben und berücksichtigt in seiner Strukturierung das übergreifende Ausbildungskonzept des ZfsL Arnsberg Seminar GyGe.

Der Plan wird im Kontext der Ausbildungsarbeit einer kontinuierlichen Reflexion und Überarbeitung unterzogen.

 

Startphase

 

In der Startphase der Ausbildung, die die ersten beiden Quartale umfasst, sind die Inhalte von Fach- und Kernseminaren eng verzahnt und bauen in einer logischen und an der Unterrichtspraxis orientierten Reihenfolge aufeinander auf.

Die Arbeit dient der Grundlegung eines handlungstheoretischen Fundamentes für das eigenverantwortliche Handeln als Lehrerin und Lehrer.

 

Q 1

Inhaltliche Bezüge

 

 

 

Ankommen in dem durch Vielfalt geprägten System Schule/Seminar:
Orientierung, Information, Rollenfindung, Zielklärung (Kompakttage -> 10 Stunden Umfang)

  • Ankommen in der Gruppe
  • Orientierung im System Schule/Seminar
  • Informationen zur Ausbildung und zum Schulrecht (inkl. Urheberrecht)
  • Reflexion mentaler Modelle (vom Lernen, von Schüler*innen , von Lehrer*innen)
  • Reflexion von Ausbildungszielen und Standards (Qualitätskriterien, Referenzrahmen, OVP)
  • Professionalisierungsinstrumente (Portfolio, Hospitation, POB-C, Selbstreflexion, ...)
  • Verabredungen zur Kernseminararbeit (auch als Grundlage späterer Evaluation)

 

Wie sich Lernen vollzieht: Auseinandersetzung mit der konstruktivistischen Sicht als Voraussetzung, Lernprozesse nachhaltig anlegen zu können

  • Bilder vom Lernen (Reflexion und Verortung)
  • grundlegende Annahmen der konstruktivistischen Sicht (z.B. K. Reich), insb. sozialer Konstruktivismus/Ko-Konstruktion, evtl. auch: neurobiologische Argumentationsansätze
  • Folgerungen für die Gestaltung schulischer Lernprozesse
  • konstruktivistische Sicht auf Lernen impliziert ausreichende Berücksichtigung des Aspekts ‚Vielfalt‘

 

Strukturierung von Lernprozessen: Das Lehr-/Lernmodell nach Leisen als erste Orientierung

  • Das Lehr-/Lernmodell nach J. Leisen
  • Phasenbezogene, materiale und personale Steuerung
  • Unterricht als intentionaler Prozess (Zielorientierung)

 

Standardsituationen der Gesprächsführung: professionelle Moderation im Unterricht

  • Gesprächstypen / Gesprächsebenen und ihre Funktionen unter besonderer Berücksichtigung des Auswertungsgesprächs
  • Standardsituationen nach R. Dubs
  • Gesprächsimpulse nach J. Leisen
  • Prinzipien der Dynamisierung von Unterrichtsgesprächen

 

Präsenz in der Klasse: Raum, Körper, Stimme

  • Lokomotion & Proxemik
  • Embodiment
  • Körpersprache
  • Umgang mit und Einsatz der Stimme

 

Klassenführung I: Beteiligung maximieren und Störungen minimieren

  • Dimensionen und Ebenen der Klassenführung
  • Wege der Klassenführung nach Mayr
  • präventive Strategien (Regeln, Rituale, Routinen, nonverbale Signale)
  • Modell des reflektierenden Praktikers

 

Vielfalt als Grundbedingung: Systematisierender Überblick von Dimensionen und Ansätzen

  • Reflektion von Erfahrungen mit Individualität in allen Ausprägungen
  • Institutionelle und juristische Grundlagen
  • Konsequenzen für den Unterricht

 

Sprachbildung als Schlüsselfaktor: Bildungssprache als Lernhürde, Lernmedium und Lerngegenstand

  • Das Konstrukt Bildungssprache: Merkmale, epistemische Funktion, bildungssprachliche Praktiken
  • Konzepte durchgängiger Sprachbildung: Planungsrahmen, Scaffolding, Darstellungsvernetzung
  • sprachliche Aspekte des Fachunterrichts (Checkliste)
  • Vorgaben zur Leistungsbewertung (AO-SI §6 mit VV und APO-GOSt §13 mit VV)

 

Lernprozesse nachhaltig kompetenzorientiert anlegen: Der Förderkreislauf als Prozessmodell

  • Grundlagen des kompetenzorientierten Unterrichts
  • Kompetenzmodelle und –raster
  • Prozessmodelle zur Unterstützung der längerfristigen Unterrichtsplanung
  • Diagnosemodelle / Diagnostische Aufgabenformate

 

Übernahme des selbstständigen Unterrichts

  • Teilnehmerorientierte Bestandsaufnahme
  • Die erste Stunde in der Klasse
  • Erwartungen von SuS und Eltern
  • Praktische Tipps und Erfahrungswissen für die ersten Stunden

Q2

Leistungen beurteilen: pädagogische und juristische Aspekte

  • Notengebung zwischen Standardorientierung und Schülerorientierung
  • Bezugsnormen, Gütekriterien und Fehlerquellen diagnostischer Urteile
  • Rahmende Vorgaben (insb. schulisches Leistungskonzept)
  • Hilfsmittel zur Bewertung der Sonstigen Mitarbeit
  • Verfahren im Kontext einer förder- und didaktisch orientierten pädagogischen Diagnostik
  • formative Beurteilung im kompetenzorientierten Unterricht

 

Juristisch angemessenes Verhalten: Grundlagen des Dienstrechts

  • Beamtenrecht und -pflichten
  • Rechte und Pflichten als LuL
    insb.: Aufsichtspflicht, Dienstliches Verhalten in der Öffentlichkeit / im digitalen Raum, Copyright

 

Digitale Quellen rechtssicher nutzen – OER

  • Zugang zu Bildung als Menschenrecht
  • Lizenztypen
  • Quellen freier Materialien
  • Bewertungskriterien

 

 

Klassenführung II: auf Störungen reagieren (Intervention und Problemlösung)

  • Systemische Grundannahmen
  • Interventionsmöglichkeiten und Lösungsstrategien bei U’-Störungen (u.a. Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen)
  • Modelle zur Analyse und Intervention bei Konflikten
  • (de-)eskalative Lehrersprache

  

 

 

Beratung I: Eltern- und Schülergespräche planen, durchführen und reflektieren, bes. in Bezug auf den Elternsprechtag

  • Erstes Verständnis von Beratung
  • Gesprächsstörer und -förderer
  • Aufbau eines Beratungsgesprächs
  • Rahmenbedingungen beim Elternsprechtag

 

Kollegiale Fallberatung als Professionalisierungsinstrument

  • Grundlagen
  • Durchführung am Beispiel
  • Reflexion

 

Den Berufsalltag professionell gestalten: Elemente von Zeit- und Selbstmanagement

  • Elemente eines Selbstmanagements (Diagnose-Fragen, Work-Life-Balance, Leistungskurve und Rhythmisierung, Pomodoro, Grenzlinien, ...)
  • Zeitmanagementtools (z.B. Pareto, Eisenhower, Wochenplanung, ...)

 

 

 

Kernphase

 

In der Kernphase werden die Inhalte stärker an den Bedürfnissen der Kernseminargruppen angepasst, die individuellen Lernbiographien rücken ins Zentrum der Arbeit.
Entsprechend sind die hier aufgeführten Inhalte nicht in der notwendigen Reihenfolge wiedergegeben – diese wird von den jeweiligen Seminarleiterinnen und -leitern in Absprache mit ihren Kernseminargruppen festgelegt.

Organisatorisch treten zu den Veranstaltung im Gruppenrahmen Wahlveranstaltungen sowie Forumsveranstaltungen mit externen Referentinnen und Referenten hinzu.

Die Kernseminarleiterinnen und -leiter sind in einer engen Absprache untereinander.
Durch die Fixierung von „Ankerthemen“ im Forumsbereich wird eine relative Gleichschrittigkeit sichergestellt.

 

Q 3-5

Beratung II: Stärkende Beratungsgespräche führen (Haltungen, Ansätze, Instrumente)

  • Anlässe und Grundformen von Beratung im Schulalltag
  • Ressourcen- und lösungsorientierte Beratung in der Schule in systemischer Perspektive
  • Grenzen und Stolpersteine

 

Kommunikation professionell gestalten: gelingende Kommunikation als Basis für lebendiges Lernen

  • Kommunikative Herausforderungen im Schulalltag
  • Grundlegende Modelle der Kommunikationspsychologie und deren Anwendung
  • Vertiefende Übungen nach individueller Schwerpunktsetzung
  • Reflexion über Haltungen

 

Erziehen in Unterricht und Schule

  • der Erziehungsauftrag
  • Werteerziehung in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft
  • Konzept des erziehenden Unterrichts
  • Soziales Lernen in der Klasse und Gruppenentwicklung
  • Entwicklungsprozesse in Kindheit und Jugend
  • Demokratie gestalten im Unterricht

 

 

Medienerziehung

 

Medientag:

  1. Auftaktimpuls (z.B. SAMR als pädagogisches Modell)
  2. Workshops: Lernförderlicher Einsatz Digitaler Medien (Workshops in SAB-Tandems) z.B. Tablets/Smartboards/Dokumentenkameras/Moodle/Vertiefung OER etc.
  3. Abschlussreferat: Cybermobbing/Sexting (externer Referent)

 

Weiterarbeit in den Schulgruppen: Medienkonzept der Schule

 

Vertiefung im Kernseminar:

  • Leitlinie: Digitale Bildung in der Lehrerausbildung
  • Medienpass NRW
  • Handreichung Datenschutz an Schulen
  • Medienscouts

 

Klassenführung III: Konfliktmanagement

  • Konfliktdiagnose und Konfliktmanagement im Schulalltag
  • Deeskalationsstrategien

 

Evaluation von Unterricht

  • Ziele
  • Instrumente (SEfU, EMU, Edkimo, LDK, Dubs Reflexionsbogen, ...)
  • Relevanz von Feedback (z.B. Hattie)

 

Didaktische Modelle als Basis für Begründung von Unterrichtsentscheidungen

  • Erarbeitung eines didaktischen Modells (z.B. kritisch-konstruktive Didaktik, konstruktivistische Didaktik, inklusive Didaktik, ...)
  • Konstruktion von Begründungszusammenhängen (z.B. Lehrbuchanalyse)
  • Positionsbestimmung im Spannungsfeld zwischen Bildungsbegriffen und Standardsetzungen

 

Empirische Unterrichtsforschung als Basis für Begründung von Unterrichtsentscheidungen

  • Kernaussagen empirischer Unterrichtsforschung (z.B. Hattie)
  • Kritische Auseinandersetzung mit empirischen Begründungszusammenhängen
  • Referenzrahmen Schulqualität

 

Die Frage nach der Funktion von Schule: Schultheorie als Orientierung für die Rollenklärung

  • Attribuierungen von Schule und das Verhältnis von Schule zur Gesellschaft (H. Fend und H.-J. Rolff)
  • Rollenfindung in einer Schulwirklichkeit zwischen gestalteter und zu gestaltender Institution

 

Mitwirkung in Schulentwicklung und schulischen Gremien

  • Begriffsbestimmungen, Rechtliche Vorgaben, Rechte und Pflichten
  • Veränderungsprozesse aus systemischer Sicht
  • Drei-Wege-Modell der Schulentwicklung (Rolff)
  • Möglichkeiten der Mitwirkung in Schulentwicklung (z.B. Fachkonferenzen, Steuergruppen)
  • Qualitätsanalyse

 

Reflexion von Unterrichtsskripten: Öffnung von Unterricht

  • Konzepte und Methoden zur Öffnung von Unterricht
  • Konzepte und Methoden Kooperatives Lernens
  • Rollenverständnisse und Aufgabenverteilung

 

Vielfaltsdimension Kultur

  • Konzepte interkultureller Pädagogik
  • Interkulturelle Kompetenz
  • Mehrsprachigkeit (Zweitspracherwerb, Sprachprestige, als Ressource)
  • Deutsch als Zielsprache
  • Schüler*innen mit Fluchtgeschichte
  • Politischer Extremismus unter Schüler*innen (Referent*in)

 

Vielfaltsdimension Behinderung

  • Überblick über sonderpädagogische Förderschwerpunkte (Referent*in)
  • Das Haus der inklusiven Schule (Wocken)
  • Konzepte gelungener Umsetzungen (Referent*in)
  • Förderpläne

 

Vielfalt als Zentrum der Schulentwicklung

  • Der Index für Inklusion als Leitbild für Schulentwicklung (Fragen statt Antworten)
  • Begriffsverständnisse von Inklusion (Anpassung des Systems)
  • Inklusionskonzepte und -wirklichkeiten der Ausbildungsschulen
  • Chancen, Herausforderungen und Schritte auf dem Weg zur inklusiven Schule

 

Gesundheitstag

 

Informationen zum Prüfungsverfahren

 

Abschlussphase

 

Im Zentrum der Abschlussphase steht die individuelle Perspektive der Ausbildung. Neben einer thematischen Zusammenführung zur Examensvorbereitung liegt der Hauptfokus der Arbeit auf der reflektiven Erarbeitung eines persönlichen „Lehrerleitbildes“.

 

Q 6

Bilanzierung und des Abschlusses des Ausbildungsprozesses, z.B.:

  • Abrundung der inhaltlichen Arbeit

 

  • Prüfungsvorbereitung (z.B. auch: Klassenlehrerrolle)
  • Vorbereitung auf Bewerbungssituationen
  • Orientierung über Schulformen
  • Evaluation der Ausbildung

 

(Stand dieser Fassung: September 2018)

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