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Ev. Religionslehre

Zentrum für schulpraktische
Lehrerausbildung Arnsberg
   - Seminar HRSGe -

Fachleiterin: Daniela Achtstetter

Letzte Bearbeitung: März 2017

 

In Artikel 7 (3) des Grundgesetzes ist der Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach festgeschrieben1. Im Rahmen des Bildungsauftrags der Schulen erschließt der Religionsunterricht die religiösen Dimensionen der Wirklichkeit und des eigenen Lebens und trägt zur religiösen Bildung der Schülerinnen und Schüler bei. Der Religionsunterricht wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen und Lehren der jeweiligen Religionsgemeinschaft erteilt2. 
Der evangelische Religionsunterricht ist offen für unterschiedliche weltanschauliche und religiöse Grundorientierungen und achtet die unverfügbaren persönlichen Glaubensüberzeugungen der Schülerinnen und Schüler. Er ist offen für alle Schülerinnen und Schüler, die am RU teilnehmen wollen. Die konfessionelle Ausrichtung des Unterrichts wird durch die Konfessionalität der Lehrkraft und ihrer kirchlichen Unterrichtserlaubnis gewährleistet3. Für die Religionslehrerinnen und -lehrer bietet dieses Fach neben Verbindlichkeiten viele Chancen, Räume und Möglichkeiten für die Gestaltung von Unterricht. Neben den Anforderungen, die für alle Lehrerinnen und Lehrer gelten, wie das Gestalten von Unterricht und nachhaltiges Anlegen von Lernprozessen, das Erziehen, die Leistungsmessung, die Beratungsfunktion, die Annahme der Vielfalt als Herausforderung und Chance, sowie Schule als System mit vielen Beteiligten zu nutzen4, kommt im Fach Evangelische Religionslehre der Lehrperson über die eigene Sach-, Handlungs-, Urteils- und Methodenkompetenz hinaus in ihrer Authentizität als Person besondere Bedeutung zu. 

Ab dem 1. August 2014 tritt das 9. Schulrechtsänderungsgesetz in Kraft, das sich der Inklusion widmet. Der Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen hat am 16.10.2013 das "Gesetz zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention" in den Schulen beschlossen. Auch wenn es den ersten Schritt einer rechtlichen Verankerung der sich aus der VN - Behindertenrechtskonvention ergebenden Forderung eines inklusiven Bildungssystems darstellt, so knüpft es doch an die längjährige Tradition des Gemeinsamen Lernens von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung an. 5
Wie sieht inklusiver Unterricht aus, welche Bedingungen müssen dafür geschaffen werden und wie können alle Schülerinnen und Schüler vom Prinzip der Inklusion profitieren
Bei der Inklusion sind alle willkommen. Die gesellschafts- und schulpolitischen Fragen haben insbesondere im Fach evangelische Religionslehre ihren Ort. Die Fragen danach, was eine humane Gesellschaft kennzeichnet, die Verschiedheit anerkennt und annimmt und auf einen werteorientierten Grundkurs zielt, sind dem Fach immanent und kommen nun verstärkt durch die neuen Herausforderungen an und in Schule zum Tragen. 
 
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse internationaler und nationaler Schulleistungsstudien ergab sich auch für das Fach Evangelische Religionslehre die Frage nach Qualität und Kompetenzorientierung. Für die Sekundarstufe I der Gesamtschulen sowie für die Hauptschulen und Realschulen wurden die Kernlehrpläne für das Fach Evangelische Religionslehre gemäß § 31 Absatz 2 SchulG (BASS 1-1) festgesetzt. Sie treten zum 1.8.2013 für die Klassen 5, 7 und 9 sowie für alle übrigen Klassen ab dem 1.8.2014 in Kraft. Bis dahin gelten die Richtlinien der Sekundarstufe I für die Gesamtschulen sowie für die Hauptschulen und Realschulen unverändert. Der im Unterricht in Evangelischer Religionslehre angestrebte Beitrag zur religiösen Bildung erfolgt durch die Vermittlung von fachspezifischen Kompetenzen, die den vier untereinander vernetzten Kompetenzbereichen Sachkompetenz, Urteilskompetenz, Handlungskompetenz und Methodenkompetenz zugeordnet sind. Hierin integrieren sich Wahrnehmungs-, Deutungs-, Dialog- und Gestaltungskompetenz. Diese Kompetenzen sollen im Rahmen der Behandlung von obligatorischen Handlungsfeldern von den Schülerinnen und Schülern entwickelt werden6. 
Die Arbeit im Fachseminar Evangelische Religionslehre führt die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter zunehmend an Anforderungen eines kompetenz- und standardorientierten Religionsunterrichts heran und zeigt Möglichkeiten und Perspektiven auf, diesen zu planen und zu gestalten. Die innerhalb der Handlungsfelder aufbereiteten Themen sind im an Kompetenzen und Standards orientiert angelegten Lehr-Lernplan7 für das Fach Evangelische Religionslehre vernetzt und auf den jeweiligen Ausbildungsstand abgestimmt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Integration der durch das Ausbildungsprogramm fundierte Ausbau des sprachsensiblen Fachunterrichts. Die Unterstützung der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in Fragen eines sensiblen Umgangs mit Sprache und insbesondere religiöser Fachsprache war und ist Teil der Seminararbeit und integrierter Bestandteil der Planung, Durchführung, Begleitung und Besprechung von Unterrichtsgeschehen.

Motivierte und engagierte Mitarbeit im Fachseminar bringt durch alle Beteiligten Lern- und Arbeitsprozesse voran und eröffnet Perspektiven. Der offene Austausch über Erfahrungen, Einstellungen, Probleme, Eindrücke etc. schafft wichtige Voraussetzungen für eine selbstbewusste, engagierte und christlich motivierte Religionslehrerin bzw. für einen selbstbewussten, engagierten und christlich motivierten Religionslehrer.

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1
 Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Bonn 1949 (letzte Änderung 2012). 

2 Vgl. Kernlehrplan für die Realschule in Nordrhein-Westfalen Evangelische Religionslehre, Düsseldorf 2013,
   S. 9.
 

3 Vgl. ebd., 9. 
4 Vgl. Kerncurriculum für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst für Lehrämter in den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung und in Ausbildungsschulen, Düsseldorf 2012, 6ff. 

5 Vgl. FAQ Inklusion, 2013.
6
 Vgl. Kernlehrplan für die Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen Evangelische Religionslehre, Düsseldorf 
  2013, 13ff. 6
 
7
 Vgl. Anlage 1 der OVP vom 10.04.2011

 

 

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