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Sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld

Zentrum für schulpraktische
Lehrerausbildung Arnsberg

      Seminar HRSGe

Fachseminar Türkisch

Fachleitung: Dr. Ahmet Arslan
Letzte Bearbeitung: März 2017


Türkisch als Unterrichtsfach bzw. Herkunftssprachlicher Unterricht, Wahlpflichtfach oder zweite Fremdsprache
Der Anteil türkischsprachiger Mitbürgerinnen und Mitbürger an der Gesamtbevölkerung in Deutschland beträgt mehr als 3% und somit ist Türkisch hinsichtlich der Sprecherzahl die zweithäufigste Muttersprache in der Bundesrepublik Deutschland. Ein Großteil der türkischsprachigen Mitbürgerinnen und Mitbürger lebt bereits in der dritten Generation in Deutschland und zwar überwiegend in Nordrhein-Westfalen. Seit Beginn der siebziger Jahre haben Schulen der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen das Fach Türkisch in den Fächerkanon aufgenommen. Anfangs „war der Muttersprachliche Unterricht so konzipiert, dass er die Kinder und Jugendlichen aus ausländischen Familien auf die Rückkehr in ihr Herkunftsland" vorbereiten sollte. Erteilt wurde er damals von eingereisten Lehrpersonen, die über einen türkischen Hochschulabschluss verfügten. Der pädagogische Ansatz der Türkischlehrerinnen bzw. Türkischlehrer von damals gehört mittlerweile der Vergangenheit an. Seit Mitte der neunziger Jahre werden die Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Türkisch nicht mehr aus der Türkei eingeflogen, sondern an der Universität Duisburg-Essen am Lehrstuhl für Turkistik ausgebildet. Dementsprechend hat auch der didaktisch-methodische Ansatz des Türkischunterrichts an den nordrhein-westfälischen Schulen einen strukturellen Wandel erlebt. Dieser Wandel spiegelt sich u. a. auch in den Vorgaben der kompetenzorientierten Kernlehrpläne wider. Des Weiteren ist die Realisierung eines inklusiven Unterrichts, in dem alle Schülerinnen und Schüler individuell gefordert und gefördert werden, von zentraler Bedeutung. Somit gelten im Fach Türkisch folgende fachdidaktischen Grundansätze:

  1. Kontinuierlich wird im Fachseminar Türkisch daran gearbeitet, die muttersprachliche Kompetenz der Schülerinnen und Schüler durch simulierte Sprech- und Schreibanlässe zu bewahren und progressiv zu erweitern. Verwirklicht wird dies durch die Entwicklung von sprachdidaktischen Unterrichtskonzeptionen, die sich an den sprach-biografischen sowie individuellenVoraussetzungen der jeweiligen Schülerinnen und Schüler orientieren.

  2. Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt im Fachseminar Türkisch stellt die Vertiefung der muttersprachlichen Kompetenz dar. Zu diesem Zweck werden in Bezug auf die entsprechenden Jahrgänge bereits erprobte Unterrichtsplanungen, Materialien, Handreichungen etc. vorgestellt sowie neue entworfen. Des Weiteren werden sprachliche Probleme aus dem Schulalltag thematisiert, um schüler- und lehrerfreundlichen Türkischunterricht für den (langjährigen) Einsatz in Lerngruppen zu konstruieren, zu erproben, zu reflektieren und zu evaluieren.

  3. Die Erweiterung der bilingualen Kompetenz bildet einen weiteren Schwerpunkt im Fachseminar Türkisch. Gemeint ist die wechselseitige Anwendung der L1 (Türkisch) und L2 (Deutsch) durch alltägliche Anlässe und Situationen, um einerseits auf vorhandene Sprachschwierigkeiten einzugehen bzw. sie zu beheben und andererseits disponible Fähigkeiten und Fertigkeiten durch Praxisbeispiele auszubauen.

Eine besondere Herausforderung der Ausbildung im Fachseminar Türkisch liegt darin, dass an einer praktikablen Verschränkung zwischen der dürftigen Fachdidaktik und den kompetenzorientierten Lehrplänen gearbeitet wird. Ausgehend von dieser Sachlage werden die angehenden Lehrerinnen bzw. Lehrer des Türkischunterrichts  während des 18-monatigen Vorbereitungsdienstes gemäß der Anlage 1 der OVP 2011, geändert durch Verordnung von 2016, in einen Professionalisierungsprozess eingebunden.




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