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Religionslehre

Zentrum für schulpraktische
Lehrerausbildung Arnsberg
Seminar HRSGe

Fachseminar Katholische Religionslehre

Fachleitung: PD Dr. Dirk Wördemann
Letzte Bearbeitung: Augsut 2018


Die rechtlichen Vorgaben des Religionsunterrichts machen deutlich, welche Aufgaben mit dem Religionsunterricht und (damit) mit der Ausbildung im Fachseminar verbunden sind. Der im Grundgesetz garantierte Religionsunterricht ist ein konfessionell ausgeprägter und zugleich inklusiver Religionsunterricht, in dem Schülerinnen und Schüler "zu verantwortlichem Denken und Verhalten im Hinblick auf Religion und Glaube" befähigt werden.[1] Angesichts einer demographisch und sozialisationsbedingten Veränderung des Religionsunterrichts wird allerdings nach der Erklärung „Die bildende Kraft des Religionsunterrichts“ der deutschen Bischöfe der katholische RU „in der Schule als konfessionelle(r) Religionsunterricht bezeichnet, ‚der im ökumenischen Geist erteilt werden (muss)‘“[2]. Da, wo verantwortliches Denken und Handeln aus einem religiösen Blickwinkel heraus und gleichzeitig die Religion selbst zum Gegenstand des Unterrichts werden, sind im Sinne eines ganzheitlichen Lehrens und Lernens praktische, affektive und kognitive Dimensionen unterrichtsrelevant. "Glaube wird ermöglicht durch einen Unterricht, der Schülerinnen und Schüler Einsicht in den christlichen Glauben gibt, indem er sie mit der Glaubenspraxis zumindest ansatzweise vertraut macht und ihnen ein sachgerechtes Verständnis des Glaubensgehalts vermittelt. Dazu bedarf es auch gemäß der Leitlinie "Vielfalt als Herausforderung annehmen und als Chance nutzen"[3] einer Eröffnung und Vertiefung der Wahrnehmungsfähigkeit für religiöse Erfahrungen, Fragestellungen und Phänomene in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, aber auch kognitiver Prozesse der Wissensaneignung der elementaren Inhalte des christlichen Glaubens in seiner konfessionellen Prägung. Dazu gehört die didaktische Aufgabe der Aneignung einer „gesprächsfähigen Identität“, um „sich mit Andersgläubigen und Nicht-Glaubenden zu verständigen“[4]. Dabei spielt u.a. auch und insbesondere ein sprachsensibler Unterricht, in dem Bildungs- und Fachsprache altersgemäß sowie angemessen gefördert und eingefordert werden, eine besondere Rolle. Die Arbeit im Fachseminar Katholische Religion wird dazu beitragen, dass die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sukzessive die Anforderungen eines standard- und kompetenzorientierten Religionsunterrichts erfüllen können. Die Seminarinhalte sind so gewählt, dass sie - thematisch vernetzt - mit dem jeweiligen Ausbildungsstand und den in der Anlage 1 der OVP von 2011 geändert durch Verordnung von 2016 genannten Handlungsfeldern korrelieren. Eine wesentliche Voraussetzung für eine fruchtbare Seminararbeit bildet eine engagierte und christlich motivierte Perspektive der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Im Dialog und in der Arbeit mit anderen, in der Diskussion um Einstellungen, Eindrücke und (Glaubens-)Auffassungen reifen Gedanken, Einsichten, Verhalten und Fähigkeiten, die eine mündige Religionslehrerin bzw. einen mündigen Religionslehrer auszeichnen.[5] Der Weg, den jede Teilnehmerin bzw. jeder Teilnehmer während der Ausbildung gehen wird, erfordert den stetigen Mut zur "Unsicherheit", d.h. den Mut zum kontinuierlichen Hinterfragen, Beleuchten und Neuorientieren. Die Ausbildung im Fachseminar bedeutet Entwicklung und Veränderung - und dies ist nur da möglich, wo Toleranz, Offenheit und Neugierde Einzug halten.[6]



[1] Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen, 7. (= Die deutschen Bischöfe, Nr. 80, 2005)

[2] Konfessioneller Religionsunterricht im ökumenischen Geist, in: Die Zukunft des konfessionellen Religionsunterrichts. Empfehlungen für die Kooperation des katholischen mit dem evangelischen Religionsunterricht, 10. (= Die deutschen Bischöfe, Nr. 103, 22.11.2016)

[3] Vgl. Anlage 1 der OVP von 2011, geändert durch Verordnung von 2016.

[4] Ebd. 10.

[5] Kirchliche Richtlinie zu Bildungsstandards für den katholischen Religionsunterricht in den Jahrgangsstufen 5-10/Sekundarstufe I (Mittlerer Schulabschluss), 10. (= Die deutschen Bischöfe, Nr. 78, 2004)

[6] Ebd.


 

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